Die Thüringer Porzellankultur

- Arbeiter in einer Porzellanmanufaktur
Die 20 wichtigsten Dinge, die man über Thüringer Porzellan wissen sollte…
- Porzellan erstmalig um 620 n.Chr. in China entdeckt
- Porzellan um 1300 n. Chr. durch Marco Polo nach Europa gelangt
- 1708 entdeckten Johann Friedrich Böttger und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus zufällig in Dresden/Meißen das Verfahren zur Porzellanherstellung
- 1710 Gründung der ersten Manufaktur in Europa auf der Albrechtsburg in Meißen durch J.F. Böttger
- 1757 kamen Georg Heinrich Macheleid, Johann Wolfgang Hammann und Johann Gotthelf Greiner in Thüringen dem Geheimnis der Porzellanherstellung, unabhängig von Meißen, auf die Spur
- 1760 gründete Macheleid in Sitzendorf eine Porzellanmanufaktur (älteste Porzellanmanufaktur Thüringens - wurde 1962 nach Volkstedt verlegt)
- Aufgrund überaus günstiger Umstände (z.B. Vorkommen von Holz, Rohstoffen, Wasserkraft, passende technische Anlagen, qualifizierte Arbeitskräfte) entstand in Thüringen rasch eine eigenständige Porzellanindustrie
- Porzellan anfangs als Werkstoff für Zier- und Alltagsgegenstände der spätbarocken Fürstenhäuser und aufstrebenden Bürgerhaushalte genutzt (durch viele kleine Fürstenhäuser in Thüringen entstanden viele Manufakturen)
- Porzellan später als Werkstoff für Gebrauchsgegenstände des bürgerlichen Haushalts verwendet (z.B. Tafelgeschirr, Gefäße, Nadelbüchsen, Tabakdosen, Pfeifenköpfe, Stockknäufe, Medaillons, Kleinfiguren)
- Um Mitte des 19. Jhd. zahlreiche Manufaktur-Neugründungen in Thüringen aufgrund des Rückganges der Eisenhütten und eines wachsenden Bedarfes an Porzellanen aller Branchen; Konkurrenz untereinander zwang die Thüringer Porzellanfabriken dazu, qualitätsvolle und weltmarktfähige Erzeugnisse an den Mann zu bringen; Resultat: Gründung von Zeichen- und Modellierschulen für die Porzellanindustrie, in denen qualifizierter Nachwuchs ausgebildet wurde
- Im 19. Jhd. kamen zeitweise 60% der gesamten deutschen Porzellanproduktion aus Thüringen (besonders viel Export nach Amerika und in die Türkei)!
- Ab Mitte des 19. Jhd. Trend zur Massenproduktion von Billigware
- Im 20. Jhd. zunehmende Automatisierung in der Porzellanproduktion (Porzellan = Massenprodukt)
- in den wilden 70ern des 20.Jhd. Krise in Porzellanindustrie durch Verwerfung des Marktes (gesellschaftliche Änderungen, Billigimporte)
- Ab Mitte der 80er Jahre des 20. Jhd. erste Werksschließungen
- Bis zur Wende 1990 war der Thüringer Wald neben Oberfranken/Oberpfalz ein Schwerpunkt der deutschen Porzellanfabrikation
- Nach der Wiedervereinigung konnten sich viele Porzellanmanufakturen nicht mehr am Markt behaupten und wurden geschlossen; Gründe: Inflationen, Kriege, Zwangsvereinigung der Thüringer Manufakturen zu DDR-Zeiten, Wende
- Trotz alledem bis zum heutigen Tag in Thüringen ein eigenständiger und vielfältiger Porzellanindustriekern mit hohem Qualitätswert
- Im 21. Jhd. steigende Umsätze in Porzellanproduktion durch stark rationalisierte Arbeitsabläufe, neue Vertriebskonzepte und konsequente Ausrichtung auf ein luxuriöses Preissegment
- Derzeit noch produzierende Manufakturen in Thüringen z.B.:
- Porzellanmanufaktur Kahla
- Wagner & Apel
- Sitzendorf
- Lengsfeld
- Triptis
- Wallendorfer Porzellan
- Plaue, Scheibe-Alsbach, Unterweissbacher Werkstätten für Porzellankunst und Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst produzieren alle in Volkstedt
2010 ist die Thüringer Porzellantradition ein Vierteljahrtausend alt. Dieses Jubiläum, das "Porzellanjahr", wird 2010 von vielen Porzellanmuseen und -manufakturen entlang der Porzellanstraße unter dem Motto "250 Jahre Porzellanland Thüringen" gefeiert.
Die weltweit bekannte Thüringer Porzellanstraße ist eine touristische Straße mit ca. 25 Porzellanmanufakturen in Süd- und Ostthüringen, die auf ansprechende Weise die geschichtlichen Pfade des "weißen Goldes" in Thüringen veranschaulicht und gleichzeitig die große Bedeutung des Porzellans für die Gegenwart vor Augen führt.
Sie wünschen weiterführende Informationen zum Thüringer Porzellan?
In unserer Broschüre "Zeitreise", im Oscar Schlegelmilch Porzellanmuseum in Langewiesen erhältlich, finden Sie ausführlichere Abhandlungen zu diesem Thema.







